Rollt.bei dir?

Das Rollt.Magazin ist eine Zeitschrift für Fans und Aktive und gemacht für die Generation Inklusion

Nutzerinnen und Nutzer von Rollstühlen können unterschiedliche Sportarten betreiben. Eine sehr beliebte Möglichkeit ist Basketball. Dieser Sport ist nicht nur spannend, sondern auch ganz schön inklusiv. V i i A S unterhielt sich darüber mit Martin Schenk, der die Rollstuhlbasketball-Zeitschrift „rollt.“ herausgibt.

Fotos: uliphoto.de

Menschen mit körperlichen Einschränkungen kennt Schenk schon seit Mitte der 90er Jahre. Damals arbeitete er als Zivildienstleistender und unterstützte eine Frau mit halbseitiger Lähmung. Ende der Zweitausender Jahre führte er das erste Interview zum Thema Rollstuhlbasketball und gab anlässlich der Europameisterschaft in dieser Disziplin 2013 das erste Magazin zum Thema heraus. „Seitdem verfolgt mich das Thema“, sagt er.

Die Zeitschrift „rollt“ richtet sich sowohl an aktive Spielerinnen und Spieler als auch an Fans des Sports. In Deutschland spielen über 3000 Personen aktiv Rollstuhlbasketball. Die Zeitschrift hat eine Auflage von 1000 Heften und möchte dem Sport und dem Thema Inklusion eine Plattform bieten.

„Rollstuhlbasketball ist die inklusivste Sportart überhaupt“, meint Martin Schenk, „Denn Menschen mit und ohne Behinderung spielen zusammen. Auch Männer und Frauen spielen in den deutschen Ligen gemeinsam. Und das ist das Schöne, unterschiedliche Konstitution werden berücksichtigt, aber es geht dennoch richtig zur Sache.“ Die körperlichen Unterschiede beim Wettkampf werden durch ein Punktesystem ausgeglichen. Jedes Team kommt auf maximal 14,5 Punkte bei der Einschätzung aller Spieler. Heißt: ein Spieler mit wenig Einschränkungen bekommt viele Punkte, ein Spieler mit größeren Einschränkungen weniger. Insgesamt darf die Punktzahl der Mannschaft in Deutschland 14,5 Punkte nicht übersteigen. Auf diese Weise soll eine Vergleichbarkeit der Teams sichergestellt werden. Die Spiele sind wettkampforientiert, berichtet Schenk.

„Klar fragen wir auch mal nach der Geschichte eines Spielers, aber im Vordergrund steht der Sport. Wir fragen also selten, warum jemand im Rollstuhl sitzt, sondern eher, warum hast du nicht gut gespielt?“ Der Anspruch der Sportart ist die Professionalität, auch wenn die Strukturen nicht mit dem bezahlten Fußball verglichen werden können. „Aber im Grunde genommen geht es uns darum. Früher wurde das als Reha-Sport abgetan. Die armen Behinderten sollen sich mal in den Rollstuhl setzen und ein paar Körbe werfen. Aber davon sind wir komplett weg!“

Auf den Punkt gebracht lässt sich auch sagen: „Der Rollstuhl ist ein Sportgerät, genau wie beim Speerwerfen der Speer oder beim Kugelstoßen die Kugel.“

Martin Schenk möchte keine Diskussion darüber führen, was unter den Begriff Inklusion fällt und was nicht. Inklusion ist Normalität. „Mir geht es einfach darum, den verschiedenen Menschen eine Plattform zu geben.“ In der Zeitschrift können sie über ihr Leben und ihre Erfahrungen berichten. Martin Schenk betont jedoch auch:„Wir verstehen uns nicht als Zeigefingerschwenker. Wir sagen nicht, wie sich Leute ausdrücken sollen, das steht mir gar nicht zu, denn ich bin nicht behindert. Die Leute sollen selbst zu Wort kommen und das ist das wichtigste Ziel der Zeitschrift.“

Nach einer Vielzahl geführter Interviews für „Rollt.“ resümiert Schenk:

„Es geht nicht darum, moralisch überlegen daherzukommen, sondern besondere Menschen mit besonderen Geschichten bekannt zu machen.“

Weitere Infos zum Rollt.Magazin erfahrt ihr unter: https://rollt-magazin.de/

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